Logo Sarek Tour
W O L F - Fotographie
Leerfeld schwarz
 


Abisko - Nissonvággijohka
Tourtag 1 und 2 / 03. und 04. September 2009

03. September

Unsere 6-tägige Trekkingtour begann und endete in Abisko. Es war für uns die zweite Mehrtageswanderung überhaupt. Für den ersten Tag nahmen wir uns nur wenige Kilometer vor, da wir erst am Nachmittag - begleitet von leichtem Nieselregen - losliefen. Kurze Zeit später klarte sich der Himmel auf und die Sonne lies sich hin und wieder blicken.

Nach reiflicher Überlegung wollten wir die Tour nun doch über den Paddustrail angehen, durch die Lapporten hindurchwandern und von dort über die Abiskojaurehütten durch den Abisko Nationalpark wieder zurück zum Ausgangspunkt gelangen. Der Grund daür war, dass der Weg zur Lapporten von der anderen Seite nicht markiert ist und wir uns nicht sicher waren den Abzweig zu erkennen.

Thumb 1 Thumb 1 Thumb 1

Der Paddustrail selbst ist ein durch eine gelbe Blume gekennzeichneter Naturlehrpfad der zunächst durch einen Birkenwald führt. Schon nach kurzer Gehzeit erreicht man ein ehemaliges Samilager. Die Sami nutzten damals diese Lager, wenn sie den Rentierherden auf ihrer Wanderung folgten. Der STF rekonstruierte eine Kåta, Vorratshäuser und Arbeitsgerüste.

Der Wanderpfad selbst war einfach zu begehen. Das Gelände war leicht hügelig aber stetig bergauf führend. Die Ufer des Moorsees Njáhkájavri waren relativ trocken, die Wasserstelle etwas weiter oberhalb bei einer Kåta, die als Ferienhaus benutzt wird, trocken.

Bevor wir unser Ziel den Báddosdievvá (Paddustievva) erreichten, liefen wir an Wegweisern am Pfad vorbei, die auf weitere „Hügel“ hinwiesen, von denen man ebenfalls sehr schöne Ausblicke haben soll. Wir entschlossen uns, den eigentlichen Pfad nicht zu verlassen und wanderten weiter zum Báddosdievvá. Der Birkenwald wurde lichter und niedriger, schließlich gelangte man in baumloses Gelände und erblickte den Hügel - den Báddosdievvá.

Der Báddosdievvá ragt ca. 20 m aus der Landschaft heraus und ist eine alte samische Opferstätte. Dort angekommen machten wir eine Pause und genossen die Aussicht über den Abisko Nationalpark hinweg zum Njulla und über den Torneträsk. Die Berge umher waren schon wieder in Wolken gehüllt, über uns aber blauer Himmel und Sonnenschein.

Thumb 1

Feuerstellen wiesen auf Lagerplätze hin, allerdings gab es in unmittelbarer Nähe kein Wasser mehr. Deshalb wandern wir weiter. Der nächste Flusslauf in Richtung Lapporten war fast ausgetrocknet. Das Gelände wurde hügeliger, hin und wieder mussten Wälle überwunden werden. Beim nächsten Wasserlauf hatten wir mehr Glück. Oberhalb dessen schlugen wir geschützt zwischen Zwergbirken unser Zelt auf, hinter uns das markante Bergmassiv – die Lapporten –, vor uns die Aussicht auf den Báddosdievvá, den Nationalpark und den Torneträsk.

4. September

Thumb 1

Der erste Blick aus dem Zelt am Morgen: Nebel über dem Torneträsk, daürber die Berge und der herbstlich bunte Birkenwald, der bis zum Seeufer reicht, angestrahlt vom Sonnenlicht. Traumhaft!
Wir legten die Schlafsäcke zum Ausdünsten über die Zwergbirken in die Sonne. Während wir frühstücken, konnte das Zelt noch etwas abtrocknen. Es hatte nicht geregnet, aber durch die kühlen Temperaturen hatte sich Kondenswasser an der Innenseite des Außenzeltes gebildet. Inzwischen war auch der Nebel über dem Torneträsk fast verschwunden.

Schleierwolken waren am Himmel zu sehen, die Sonnenstrahlen erreichten die Lapporten nicht mehr. Der Himmel fing an sich zuzuziehen. Abwarten, vielleicht sollte es ja heute noch trocken bleiben. Wir räumten unsere Sachen zusammen und verstauten sie wieder ordentlich in den Rucksäcken. Weil wir herumgetrödelt hatten, war es schon Mittag als wir den nächsten Fluss erreichten, wo wir zunächst eine geeignete Watstelle finden mussten.

Thumb 1   Thumb 1

Inzwischen mussten immer mehr und höhere Moränenwälle überwunden, was Kraft kostete. Die Baumgrenze hatten wir schon kurz nach Beginn der Tagesetappe hinter uns gelassen. Teilweise hatten sich wunderschöne moorige Flächen mit Wollgras zwischen den „Wällen“ gebildet.

Thumb 1

Immer mal wieder verlohren wir den Pfad, der immer schwerer zu erkennen wa, und fanden ihn wieder. Eine Markierung soltel es lt. Karte nicht geben, aber ab und zu fand man kleine Steinmännchen.

Moor und Fluss hatten wir trockenen Fußes hinter uns gebracht und schon wartete eine größere Geröllfläche auf uns. Ein letzter Wall musste noch überwunden wrden, bevor wir am Eingang der Lapporten standen. Der Blick reichte von hier durch das Tal hindurch, unterhalb von uns lag der See Cuonjájávri.

Die Lapporten (Lappenpforte oder auch „Tor zu Lappland“) ist ein Trogtal Nähe Abisko in schwedisch Lappland hoch über dem See Torneträsk. Sie liegt auf ca. 950 m und wird von den Bergen Nissoncorru (1738 m) und Tjuonatjåkka (1554 m) eingefasst.
Das berühmte U-förmige Tal gilt als Wahrzeichen Abiskos und symbolisiert das Eingangstor in die Berge Lapplands. Diese wunderschöne Bergformation kann schon von der Straße E10, die die Städte Kiruna und Narvik verbindet, betrachten. Die schönsten Blicke auf die Lapporten, ohne sich großartig anstrengen zu müssen, erhält man wohl vom Gipfel des Njulla, auf den eine Seilbahn hinaufführt, von Björkliden oder vom Rastplatz bei Tornehamn.

Der weitere Pfad sah moorig aus, war aber gut zu erkennen. Vor nicht allzu langer Zeit, schien hier jemand entlang gelaufen zu sein. Hinter uns der weite Blick hinunter nach Abisko.

Thumb 1

Es ging langsam voran, denn der Pfad sah nicht nur moorig aus, er war es auch. Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet, dass dieses Tal, so hoch liegend so nass war. Erwartet hatten wir jede Menge Geröll. Von Grasbusch zu Grasbusch und ab und zu einen Weg über kleine Bäche suchend ging es weiter. Rechts von uns der Berg Nissoncorru, links der Tjuonatjåkka.

Überwältigend das Gefühl hier hindurch zu laufen, dort wo sich vor vielen Jahren ein Gletscher ins Tal hinab bewegte und dabei mit immenser Kraft dieses Trogtal bildete. Die beiden Berge sind steil, sie wirken schützend aber auch bedrohlich zugleich. Es gab nur den Weg gerade aus oder zurück.

Thumb 1   Thumb 1

Am Ende des Tals, bei dem einem zweiten See machten wir an einem großen Fels eine Kaffeepause. Auch um uns die Regenkleidung anzuziehen. Die Berggipfel waren inzwischen in Wolken gehüllt und wenig später fing es an zu nieseln. Von hier sahen wir, dass über dem Torneträsk immer noch blauer Himmel ist.

Thumb 1

Schließlich durchquerten wir das trockene Flussbett des Cuonjájohka und begannen mit einem erneuten Aufstieg. Der Nieselregen verstärkte sich etwas, Pfade waren mehrere zu erkennen, an jedem kleine Steinhaufen.

  Thumb 1  

Das Tal Bessesvággi, auf das wir blickten, sah eiszeitlich aus. Moränenwälle, Seen und Geröll. Irgendwo dort unten sollte sich ein markierter Wanderweg befinden, auf dem wir nach Überquerung des Nissonvággijohka stoßen wollten. Leider war die Sicht etwas eingeschränkt, die Wolken waren inzwischen so tief, dass wir in ihnen stanen. Dennoch unterstreichte genau dies die Unwirtlichkeit und Rauheit dieser unbeschreiblich faszinierenden Landschaft.

Thumb 1

Schließlich war unser Pfad im sumpfigen Gelände ganz verschwunden. Es wurde immer nasser, die Schuhe waren inzwischen auch von innen feucht. Wir stapften weiter durch den Sumpf, der angebliche Weg nach unten wurde steiler und glich eher einem durch Regenwasser gebildetes Bachbett.

Wir wussten wo wir hin mussten und liefen nun auf direktem Weg durchs Gelände auf den Berg Báhkkabahokcohkka zu. Manchmal eben, manchmal terrassenförmig abfallend war das Gelände, Von sumpfigen Seen durchzogen. Schließlich erreichten wir die Kante oberhalb des Tals, an dem tief unten der Nissonvággijohka floß. Es ging steil und steinig hinab.

Immerhin sah man hier wieder größere Steinmännchen, wir stiegen den Berg wieder ein Stück hinauf, von Steinmännchen zu Steinmännchen, gleichzeitig suchend nach einer Stelle, wo der Fluss überquert werden konnte. So verging die Zeit und wir kamen zu einer relativ ebenen und trockenen Fläche.

Schluss für diesen Tag. Wir hüpften über einen kleinen Bach und stellten im Regen das Zelt auf. Es wurde dämmrig, aber es waren noch ungefähr zwei Stunden bis Sonnenuntergang. Wir lasen noch etwas, kochten und zum Tagesabschluss gab ein warmes Getränk.