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Peiggaluoppal - Abisko
Tourtag 5 und 6 / 07. und 08. September 2009

07. September

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Am Morgen stellte sich heraus, dass der Helikopter jemanden hergeflogen hatte. Ein großes Zelt stand nun in Nähe des Landeplatzes. Wir liefen das kurze Stücke zum Wanderweg zurück, weiter über Bohlenstege, hin und wieder nochmal durch hinderliches Gestrüpp und hörten Schüsse. Die Jagdsaison war eröffnet. Erschrocken flogen Schneehühner auf, wieder Schüsse und ich musste mit ansehen, wie eines getroffen wieder zu Boden fiel. Hier hielt mich nun nichts mehr, nur schnell weg, weit weg von den Jägern. Würde den Schneehühnern am liebsten sagen, dass sie in ihren Verstecken sitzen bleiben sollten. Es ging gut voran, war aber kühler als die Tage zuvor. Wir hatten die Tour früh begonnen und so gab es nochmal ein warmes Getränk in der schönen Kulisse des Áhpparijávri.
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Ca. 2 Kilometer trennten uns noch vom Fernwanderweg Kungsleden. Es ging über Bohlenstege durch ein größeres, aber trockenes Moorgebiet und auf einen Hügel, den wir aus der Ferne schon erkennen konnten. Der Ausblick von hier war fantastisch. Weniger fantastisch die Scharen von Wanderern auf dem nur noch knapp 100 m entfernten Kungsleden. Das war auch der Grund, warum der Kungsleden von nun an bei uns als Wandererautobahn bezeichnet wurde. Ohne Probleme konnte man 30-40 Wanderer ausmachen. Der Kungsleden selbst war dort breit und ausgetreten. Auch wenn die Wanderung von der Lapporten bis zur Renvaktarstuga Vuopmegeahci anstrengend und nicht einfach gewesen war, hätten wir diese Verhältnisse doch wieder bevorzugt - schmaler Pfad und Einsamkeit.

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Wir ließen uns vom Strom der anderen Wanderer im zügigen Tempo durch das Gárddenvággi – dem Tal, das uns auf direktem Weg zum Abiskojaure führt - mittreiben. Kurz nachdem man den Abzweig zur Kieronstugan (Raststuga) passiert hat erhält man einen fantastischen Ausblick auf das in herbstlichen Farben leuchtende liegende Tal unter uns.
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Es ging nun steil abwärts, war aber nicht schwer zu laufen. Kaum noch größere Steine im Weg, eher sandig und festgetreten. Eine Hängebrücke führt über den Siellajohka, direkt dahinter ein größerer Zeltplatz. Viele Menschen liefen hier herum. Wir wollten nicht bleiben, auch wenn es der letzte Platz vorm Nationalpark ist und wir noch nicht wussten, ob zelten dort erlaubt ist oder nicht.

Wir kamen im Vergleich zu den Tagen vorher sehr schnell voran und erreichten die Nationalparkgrenze. Der Abisko Nationalpark wurde 1909 unter Schutz gestellt und umfasst eine Fläche von 75 km². Geschützt wird das Hochgebirgstal vom Abiskojaure bis zur Mündung des Flusses Abiskojåkka in den See Torneträsk. Der Abisko Nationalpark gehört zu den niederschlagsärmsten Regionen Lapplands mit einer Jahresniederschlagsmenge von 298 mm.

Mehrere Blicke über die Informationstafel gaben keinen Hinweis auf ein Zeltverbot innerhalb des Parks. Na dann! Dennoch wollten wir die Abiskojaurestugorna anlaufen und möglichst dort übernachten, wie es eigentlich auch geplant war. Eine riesige metallene Hängebrücke führt über den Fluss Kamajåkka und es waren nur noch wenige Meter bis zu den Hütten.

Was für ein Betrieb! Jede Menge Zelte standen dort, etliche Wanderer waren noch mit dem Aufbau beschäftigt. Eine Frau lief draußen herum und verteilte ihre Gruppe auf die letzten von ihr ergatterten Betten den Hütten. Die Hüttenwirtin kam auf uns zu und fragte ob wir bleiben wollen. Ich sagte nur: „Nej, tack!“ und schüttele fassungslos den Kopf. Sie lächelte nur und schien zu verstehen, sie sagte noch, dass sie komplett voll wären.

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Wir hatten noch genug Kondition und so liefen wir noch ein Stück in Richtung Abisko, die Augen offen haltend nach einem geeigneten Zeltplatz. Wir fanden einen, der einer hätte sein können. Platte und dünne - wenn überhaupt vorhandene - Bodenvegetation im Vergleich zu den Bereichen rechts und links, fast überall konnte man auf die Erde blicken. Ein Bach floß direkt nebenan und auf der anderen Seite des Baches befanden sich Holzbänke und definitiv eine Stelle, wo schon häufiger Zelte gestanden hatten. Selbst eine Feuerstelle war vorhanden, was mich etwas wunderte. Wir schlugen unser Zelt also unterhalb des 1.551 m hohen Berges Giron auf.

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Selten sahen wir noch andere Wanderer, die uns zum größten Teil gar nicht zu bemerken schienen. Es dauerte noch eine Weile bis Sonnenuntergang, der sich hier einfach herrlich präsentierte und den Giron in orange-rotes Licht tauchte. Still lag der Abiskojaure vor uns.

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08. September

Die Sonne begrüßte uns schon am Morgen. Wir konnten noch in Ruhe und unbeobachtet frühstücken. Wie immer Müsli mit Milch, Kaffee und Tee. Das Müsli diesmal jedoch verfeinert mit Blaubeeren. Die Morgensonne lies die herbstlichen Farben richtig leuchten. So durfte es gerne immer sein und für diesen Tag auch bleiben.

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Noch während wir das Zelt abbauten, begann die Betriebsamkeit auf dem Kungsleden Richtung Abisko, wie schon am Vortag. Die Menschen in den Abiskojaurestugorna waren anscheinend noch früher aufgestanden wie wir.

Wir reihten uns in die Kette der Wanderer ein, die Richtung Abisko liefen - blieb uns etwas anderes übrig? Wenn man sich mit der Geschwindigkeit anpasste, sah man wenigstens nicht allzu viele Menschen.

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Der Weg führte ein gutes Stück entlang des Abiskojaure und danach entlang des Abiskojåkka. Immer im ausgezeichneten Zustand. Bohlenstege über sumpfige Stellen, Brücken über Flüsse. So wunderte es nicht, dass man schnell einige Kilometer, ohne sich großartig anzustrengen, durch den Birkenwald hinter sich gebracht hatte. Immer wieder erhaschte man Blicke auf Berge und den Fluss. Wir wurden wehmütig. Beim Zeltplatz am Nissonjohka machten wir Mittagsrast.

Wenigstens noch einmal den Sturmkocher rausholen und draußen eine warme Mahlzeit genießen! Gute Idee, nur hatte ich beim Kauf des Essens nicht genau darauf geachtet, was alles drin ist. Ich bin kein Freund von Sonnenblumenkernen, mein Mann kein Freund von Rosinen. Aber was haben diese Zutaten auch in “Chicken Curry“ zu suchen??? Während die Mahlzeit also vor sich hin köchelte, fischte ich die zwei ungewollten Bestandteile so gut es ging aus dem Topf. Es fing auch wieder an zu regnen und so zogen wir uns in die Wetterschutzhütte zurück.

Nur noch einmal den Sturmkocher rausholen und draußen eine warme Mahlzeit genießen! Gute Idee, allerdings hatte ich beim Kauf des Essens nicht genau darauf geachtet, was alles drin ist. Ich bin kein Freund von Sonnenblumenkernen, mein Mann kein Freund von Rosinen. Aber was haben diese Zutaten auch in “Chicken Curry“ zu suchen??? Während die Mahlzeit also vor sich hin köchelte, fischte ich die zwei ungewollten Bestandteile so gut es ging aus dem Topf. Es fing auch wieder an zu regnen und so zogen wir uns in die Wetterschutzhütte zurück.

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Seit unserem letzten Besuch im Abisko Nationalpark im Jahre 2006 hatte sich einiges verändert. Die Hängebrücken wurden erneuert, jetzt vollkommen aus Stahl, der Rastplatz war mit Betontischen und –stühlen aufgerüstet worden, auch die Wetterschutzhütte passte optisch zu diesen Neuerungen - aber nicht mehr in die Kulisse.

Mir gefällt’s nicht. Beton ist zwar witterungsbeständig, passt aber überhaupt nicht in diese ansonsten sehr schöne Kulisse. Dafür war der Blick vom Marmorbrottet noch genauso schön wie damals. Kurze Zeit später stehen wir dann auch schon am Anfang des Canyon.

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Der Regen verstärkte sich und so lagen wir auch noch schnell die letzten Meter bis zum Parkplatz Nähe der Abisko Turist Station zurück. Auf der Hinweistafel dort stand dann auch geschrieben, dass im Park außerhalb der dafür eingerichteten Rastplätze nicht gecampt werden darf.

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