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Reva - Rödviken
Tourtag 5 und 6 / 28. und 29. August 2011

28. August 2010

Als wir am morgen aufwachten, war es bewölkt und windig, aber trocken! Der Rogen außerhalb der Revabucht tobte. Immer wieder sahen wir aus der Ferne Schaumkronen. Bis wir dann soweit waren um unsere Femund-Seen-Rundtour zu starten, hatte sich der Wind kaum gelegt. Mit Fotoausrüstung und Verpflegung bepackt zogen wir dennoch los.

Wir waren froh, als wir den winzigen windanfälligen Abschnitt vom Ende der Revabucht hinüber zur nächsten Bucht bewältigt hatten. Der direkte Weg war wegen der Wellen unmöglich.

Die erste Portagestelle für heute, die zum Rogshåen hinüber führt, war schnell erreicht und bewältigt. Es ging relativ steil bergauf und auch wieder hinab. Der Rogshåen lag herrlich windgeschützt vor uns – bis zum Litlbuddhåen ist er sehr schmal und von hohen sowie felsigen mit hauptsächlich Kiefern bewachsenen Moränenwällen umgeben. Beinahe wie ein Spiegel war anfangs die Wasseroberfläche.

Die nächste Schwierigkeit war der Übergang zum Litlbuddhåen. Weil ich hier im vergangenen Jahr während einer Trekkingtour über die Hängebrücke gelaufen war, kannte ich diese Stelle schon, weshalb wir uns erst einmal einen Überblick über Wasserstand und Steine machen wollten. Wir schafften es trotz starker Strömung zwischen den Felsbrocken anzulegen. Der Blick von der Brücke machte schnell klar, dass man hier tatsächlich nicht hinunterfahren konnte, zumindest wir nicht! Es folgte eine ziemlich holprige und schwierige Portage über Felsbrocken. Wir hüpften quasi von Stein zu Stein, weil wir mit dem Kanu wegen dicht stehender Bäume nicht bis zum Weg am Ufer kamen. Und wegen der Strömung war es auch nicht möglich, ein paar Meter zurückzufahren, um dort nach einer geeigneten Anlegestelle zu suchen. Mit ein wenig Improvisationstalent wurde auch diese Portagestelle gemeistert.

Ruck zuck waren wir am Übergang Storrundhåen. Auch hier machten die Stromschnellen eine Passage im Boot unmöglich. Über einen ausgetretenen Pfad gelangten wir zum Ufer des Sees hinunter. Da wir nicht über den Røa zum Femund hinunter wollten setzten wir unseren Ausflug hier in nordöstlicher Richtung fort. Nach vielleicht gerade mal 200 m legten wir wieder an und zogen das Kanu an Land. Wir waren voll motiviert, stand doch „Kletterei“, als Portagehinweis auf unserer Karte. Ca. 300 m, größtenteils über Geröll, trugen wir unser Kanu hauptsächlich aufwärts zum Ufer des nächsten Sees. Wobei das Kanu mitten im Geröll, zwischen Kiefern und im Hintergrund Berge mit viel Geröll, ohne Aussicht auf Wasser, schon ein interessantes Bild abgab.

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Der nächste See war leider zu schnell überquert – die erste Regenschauer nahm einen ähnlichen Weg und erreichte uns kurz vor der nächsten Portage. Diese war einfach und kurz.

Ein wundervoller See, auf 765 m Höhe, lag nun vor uns. Der Styggsjøan war groß und mit vielen Inseln durchsetzt. Die netten Norweger trafen wir hier auch wieder! Sie hatten am gegenüberliegenden Ufer ihr Lager aufgeschlagen. Zu beneiden waren sie schon, saßen sie doch bei einem Feuer unter einem Tarp. Wir befanden uns in dem nun strömenden Regen. Wir grüßten und paddelten weiter. Kurz darauf ließ der Regen nach und hörte schließlich auf.

Kaum Wind, ein wenig Sonne und die mit Flechten bewachsenen gelb leuchtenden Felsen. Ein Traum! Aber auch der Blick auf die weiter entfernten Berge war sehr schön, vor allem hatte man den Eindruck, dass dieser See um einiges Höher lag, als der Rogen und Reva. Es konnte nur eine optische Täuschung gewesen sein, da hier die Moränenwälle nicht so hoch waren und der Höhenunterschied zum Rogen gerade mal etwa 10 Meter betrug. Der Styggsjøan begeisterte mich so sehr, dass ich bestimmt nochmal wiederkommen werde. Gemütlich paddelten wir zur nächsten Portagestelle, die zum nächsten namenlosen See führte.

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Die Transportstrecke war kurz, aber sumpfig mit Steinbrocken. Aus der Ferne sahen wir schon die nächsten dunklen Wolken auf uns zukommen und so brachen wir trotz Hunger auf, um auch diesen kleinen See zu überqueren. Wir waren noch nicht ganz auf der anderen Seite angekommen, als es auch wieder etwas windiger wurde. Trotz das unser „Anleger“ mit Steinen markiert war, sahen wir nicht auf Anhieb den Pfad hinüber zum Anschlusssee, bzw. der Vordermann erkannte ihn nicht gleich auf Anhieb. So trugen wir das Kanu etwas weiter als nötig. Bevor wir weiterpaddelten, war erst mal Mittagspause, bzw. Mittagsessen angesagt. Wir hatten kaum das Brot ausgepackt, als es auch schon anfing zu regnen. Der Regen und der Wind machten das Mahl etwas ungemütlich.

So erreichten wir schließlich auch die letzte Portagestelle für diesen Tag, die uns zum Revsjøen führte. Sie war zwar länger als die letzten, aber viel einfacher, weil wir das Kanu einen großen Teil der Strecke durch den Sumpf ziehen konnten. Ließen sich die kleinen Seen bisher auch bei Wind gut befahren, so war es hier nicht mehr so angenehm. Die Wasseroberfläche war um einiges größer und aus Richtung Rogen blies es inzwischen wieder kräftig. Auch war von weitem der Zugang zum Seen- und Bachgewirr zurück nach Reva nicht eindeutig erkennbar. Landschaftlich war die Strecke vom Revsjøen nach Reva ebenso reizvoll, wie der Styggsjøan, der uns zuvor so begeistert hatte. Es regnete auch nicht mehr.

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Einer der Höhepunkte war die kleine Kanuwasserrutsche unter einem Rentierzaun hindurch. Dafür hatten wir wenig später Mühe voranzukommen, weil wir mit dem Boden des Kanu auf dem sandigen Grund aufsetzten und uns mit den Paddeln vorschieben mussten. Auch wenn es anstrengend war, aussteigen und durch das kalte Wasser waten wollte keiner von uns beiden. Außerdem war dieser Abschnitt überschaubar und nach ungefähr 20 Metern konnten wir die Fahrt ungehindert fortsetzen. Es dauerte nicht lange und wir erreichten unseren Lagerplatz, mit zwei weiteren Kanurutschpartien. Die Übernachtungsgäste in der norwegischen Reva-Hütte hatten uns schon gesehen und halfen, das Kanu an der Brücke vorbei zurück zum Zelt zu tragen.

Den Abend verbrachten wir zum Aufwärmen wieder in der Raststuga und bekamen nette Gesellschaft von zwei jungen Männern, die später im Windschutz übernachteten.

Aufgrund des verregneten Tages wurden nur wenige Fotos "geschossen". Diese wenigen reichten aber aus, um mein eigentlich spritzwassergeschütztes Objektiv in die Knie zu zwingen. D. h. ich gehe davon aus, dass die Feuchtigkeit, die sich nach diesem Tag in dem Objektiv gesammelt hatte an der defekten Blende nicht ganz unbeteiligt war.

29. August 2010

Bereits in der Nacht fing es an zu stürmen, am Morgen war es zwar schon etwas weniger, aber nach wie vor fegten immer wieder ziemlich starke Windböen zu uns hinüber. Die Schaumkronen auf dem Rogen gestern waren im Vergleich zu jetzt noch gar nichts gewesen. Selbst das Wasser in der Bucht bei Reva war ziemlich aufgewühlt. Was nun? Eigentlich wollten wir zurück und das am Liebsten entlang des südlichen Ufers bis zur Inselgruppe und von dort zur Rogenstugan.

Wir beschlossen erst mal das Zelt abzubauen und zu verstauen. Wenn es dann immer noch so wehen würde, dass der Rogen Schaumkronen hat, wollten wir in der Raststuga abwarten und Tee trinken. Immerhin war das Zelt dank dem Wind trocken.

Nachdem alles ordentlich verstaut war wagten wir einen Blick um die Ecke hinüber zum Ende der Bucht. Nur noch wenige Schaumkrönchen waren zu sehe und der Wind hatte etwas nachgelassen. Wir beschlossen daher im Schutz des gegenüberliegenden Geröllwalles bis zum Rogen zu paddeln und zu schauen.

Nur an den Stellen, an denen sich die Wellen an den großen Felsbrocken im Wasser brachen, waren Schaumkronen zu sehen. Ansonsten hatte der Rogen „nur noch“ relativ hohe, aber breite Wellen. Sollten wir es versuchen? Die großen Felsen knapp ober- und unterhalb der Wasseroberfläche würden wir nur schlecht ausmachen können, wenn überhaupt nur dann, wenn sich die Wellen daran brachen. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn wir dank einer Welle auf einem der Brocken aufsetzen und das Kanu umkippen würde. Auf die Fahrt entlang des Südufers des Rogens verzichteten wir einstimmig, wie sollten wir bei den Wellen quer über den See fahren um hinüber zur Rogenstugan zu gelangen. Wir hätten bis an das andere Ende des Rogen paddeln müssen und von dort dann zurück ...und das alles bei dem Wind!!!

Wir beschlossen, erst mal ein Stück aus der geschützten Bucht herauszufahren. Es war ungewohnt und anstrengend. Wir schaukelten rauf und runter, fuhren entweder direkt auf die Wellen zu oder gingen sie im 45°-Winkel an. Immer in Ufernähe wollten wir erst einmal versuchen bis Hästnäset zu gelangen, notfalls würden wir in der Bucht mit der Insel anlegen und abwarten.

Es ging überraschend gut, die Wasseroberfläche behielten wir beide im Auge und besonders vorsichtig waren wir dort, wo das Wasser heller aussah und nicht so tief war. Wo es möglich war, fuhren wir in vor Wellen und Wind geschützten Bereichen. So erreichten wir schneller als erwartet unser Etappenziel. Wir versuchten im ruhigen Wasser anzulegen, was gar nicht so einfach war wegen der Felsbrocken im Wasser.

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Die Pause tat den Armen gut, wir schauten uns etwas um, betrachteten die Wellen auf dem Rogen und beschlossen dennoch weiter zu paddeln. Vielleicht würden wir in der Nähe von Kläppnäset einen geeigneten Platz für unser Zelt zu finden, das sollte doch möglich sein! Wir konnten ja auf der uns zugewandten Seite, die im Windschatten war, anlegen.

Wieder kamen wir trotz der Wellen gut vorwärts, ich muss zugeben, dass es sogar Spaß machte – vor lauter Konzentration hatten wir gar keine Zeit Angst zu haben. Nur das mit dem Lagerplatz, bzw. schon allein das Anlegen in der Nähe von Kläppnäset war ein Problem. Kurzerhand beschlossen wir, um Kläppnäset herumzufahren und am Rastplatz der Bucht Rödviken zu übernachten. Wir dachten uns eine Strategie aus, damit wir nicht seitlich in die Wellen gelangten und legten los. Wenigstens hatten wir, als wir in der Bucht Rödviken ankamen, Rückenwind … dabei dachten wir immer, man würde damit schneller vorankommen. Es kam uns aber vor, als würden wir langsamer fahren wie zuvor mit Gegenwind.

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Als wir den Rastplatz erreichten waren wir erleichtert dort niemanden anzutreffen. Es war erst 15:00 Uhr. Wir holten unsere Rucksäcke und das Kanu aus dem Wasser. Letzteres wurde auch gleich hinauf zum Öster-Rödviken transportiert. Kaum waren wir wieder zurück am Rastplatz, hörte es auch schon auf zu Wehen und die Sonne kam durch, es wurde herrlich warm. Was folgte war traumhaft – ganz großes Kino! Wir betrachteten die Wolken- und Regenspiele in der Ferne, die von der Sonne angestrahlt wurden – später mit traumhafter Abendbeleuchtung beim Abendessen. Der Tag verabschiedete sich mit rot glühenden Wolken.

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