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Rödviken - Käringsjö
Tourtag 7 bis 9 / 30. August bis 01. September 2011

30. August 2010

Zum ersten Mal während der Tour hatte es nachts gefroren. Das Zelt war zum Teil mit einer leichten Raureifschicht bedeckt, wie auch alle Pflanzen und Blätter, die noch keine Sonnenstrahlen abbekommen hatten. Auch war der Boden leicht gefroren. Es war ein bezaubernder Morgen, ruhig, sonnig und warm. Wir frühstückten in Ruhe, genossen die Sonnenstrahlen beim Zusammenräumen und brachten die Rucksäcke zu unserem Kanu. Sicherheitshalber verstauten wir sie darunter und das weniger, weil wir dachten, jemand würde sie entwenden, sondern zum Schutz vor Nässe.

Mit leichtem Gepäck machten wir uns auf den Weg zum Bustvålen. Zunächst entlang des Wanderpfades, dann querfeldein. Zunächst erklimmten wir den Gipfel auf 996 m Höhe. Wir hatten eine fantastische Aussicht über den Rogen und die vielen kleineren Seen.

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Da wir noch ausreichend Zeit in Form von Reservetagen hatten und heute keine große Strecke mehr paddeln mussten, wanderten wir auch noch zu dem höheren Gipfel auf 1.024 m. Den Rogen selbst konnte man von hier nicht mehr so gut im Ganzen betrachten, dafür hatte man eine bessere Aussicht auf die Seen und Berge des Femund Nationalparks. Inzwischen waren auch wieder größere Wolkenfronten aufgezogen und hier und da waren Regenschauern zu sehen. Wir hatten Glück, sie zogen allesamt um uns herum. Wir liefen den gleichen Weg zurück, den wir gekommen waren, auch wieder über den 996 m hohen Hügel.

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Schon auf dem Weg nach unten war uns klar, dass wir in der Bucht Rödviken nochmal schönes klares frisches Quellwasser trinken wollten, bevor wir uns wieder auf die Moorbrühe zurückgreifen mussten.

Der Windschutz war schon von einem Paar mit Hund belegt und weitere Männer waren gerade mit der Portage ihrer Ausrüstung zum Rogen beschäftigt. Es stellte sich heraus, dass sie sich alle fragten, zu wem das Kanu am Öster-Rödsjön gehören würde. Nun, das konnte geklärt werden! Es waren allesamt deutsche Landsmänner und wir unterhielten uns noch eine ganze Weile.

Am späten Nachmittag brachen wir dann auf und paddelten in aller Ruhe über den Öster-Rödsjön, von der ersten Sekunde an nach einem schönen Rastplatz Ausschau haltend und das nicht nur weil gerade eine Graupelschauer auf uns niederprasselte … immerhin wurden wir nicht nass!

Einen Rastplatz fanden wir schnell hinter einer großen Insel mit fantastischer Aussicht auf das Skedbrofjäll. Eigentlich dachten wir, wir befänden uns schon kurz vor der Portagestelle in den Nybotjärnen, aber irgendwie passte die Landschaft mal wieder nicht zur Karte. Lt. Karte mussten wir gegenüber dem östlichen Ende einer Insel sein. Das war ganz einfach herauszufinden … es war absolut windstill, die Abenddämmerung setzte gerade ein und das Wasser war spiegelglatt. Ich konnte nicht wiederstehen … Boot ins Wasser, ich mit Paddel und Schwimmweste hinein und los ging es. Ich kann nur sagen: GENIAL!

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Wir sammelten Holz und stellten dabei fest, dass man ganz einfach Übernachtungsplätze ausmachen kann, denn überall, wo es „ordentlich“ aussah, war fast immer eine Feuerstelle und genug Stellfläche für ein Zelt auszumachen. Unser Lagerfeuer wollte anfangs nicht so richtig brennen und es stieg lediglich eine Rauchfontäne in den Himmel empor.

Aber schließlich wurde es doch noch herrlich warm und gemütlich. Ein schlechtes Gewissen hatten wir schon, denn eigentlich war es verboten außerhalb der offiziellen Rastplätze Feuer zu machen … aber es war doch so kalt und es war doch schon eine Feuerstelle vorhanden gewesen … Allerdings war aufgrund unserer Feststellung schon klar, warum man hier kein Feuer machen sollte, im Prinzip gab es hier kein herumliegendes Totholz mehr, alles wurde zum Feuermachen verwendet.

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31. August 2010

Wir hatten noch zwei Tage zur Verfügung um nach Käringsjön zurückzufahren. Daher beschlossen wir, nur bis zu dem Windschutz zu fahren, wo wir die erste Nacht verbracht hatten.

War der vergangene Abend einfach herrlich stimmungsvoll gewesen, zeigte sich die Landschaft nun in der Einheitsfarbe grau, dazu immer wieder leichte Regenschauern. Immerhin hatten wir Glück und konnten trocken frühstücken und bekamen auch während der Kanutour incl. Portagen keinen Tropfen ab. Die Portagestrecken waren uns noch bekannt und inzwischen machte uns die Schlepperei kaum noch etwas aus. So dauerte es gar nicht lange, bis wir den Windschutz erreichten. Es war gerade mal Mittag und wir bauten auch gleich unser Zelt auf. Gute Entscheidung, denn wenig später fing es an zu regnen.

Beim Windschutz gab es zwar immer noch Holz, aber ohne Säge und ohne Axt nutzte uns das wenig. Also gingen wir wieder einmal auf die Suche nach Kleinholz. Wir wurden auch fündig. Noch während wir mit dem Zerkleinern beschäftigt waren, erreichte ein weiteres Kanu den Lagerplatz. Zwei Norweger, Vater und Sohn. Sie fragten ob wir was dagegen hätten, wenn sie im Windschutz übernachten würden. Dabei schütteten sie einen kleinen Sack gespaltenes Holz aus. Taktisch klug, denn hätten wir Vorbehalte gehabt, hätten wir sie mit einem Blick auf unser Sammelsorium beiseite geschoben. Natürlich hatten wir überhaupt nichts dagegen! Sie machten noch jede Menge Holz … Gegen Abend gesellte sich noch ein weiterer Mann unserer kleinen gemütlichen Runde hinzu. Ein Deutscher, der allein reiste und wie sich herausstellte, „vage“ mit dem Paar, das wir in Rödviken getroffen hatten, in Reva verabredet war.

Der Abend wurde kalt, die Nacht auch … und die Norweger machten vor dem Windschutz ein riesiges Feuer. Wir waren dankbar für das Zelt und die warmen Schlafsäcke.

01. September 2010

Die Nacht muss wieder Temperaturen um den Gefrierpunkt gehabt haben, zumindest lt. Thermometer des anderen Deutschen. Es stellte sich heraus, dass unser Zelt anscheinend etwas besser isolierte – der Temperaturunterschied betrug etwa 4 °C.

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Der Morgen war sonnig, aber windig. Wir beschlossen, nicht die gleiche Strecke zurück zu fahren, sondern die Route über den Krattelsjön zu wählen. Nur die letzte Portage der Tour war lang, ca. 500 m, aber einfach zu gehen. Kein Vergleich zur Portage vom Kråksjön zum Källsjön.

Inzwischen war es weniger sonnig, zahlreiche Wolken hatten sich am Himmel breit gemacht. Langsam fuhren wir über den Käringsjön zurück zum Endpunkt unserer Tour, der auch gleichzeitig Startpunkt gewesen war. Zuvor hatten wir noch das Kanu saubergemacht, denn dreckig wollten wir es nicht abgeben!

Wir fuhren in den Kanal hinein und erreichten schließlich die Anlegestelle. Unser Gepäck wurde aus dem Boot geholt, die Paddel im Schuppen verstaut und das Kanu neben die anderen gelegt.

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Wir meldeten uns bei der Hüttenwirtin zurück und verstauten schnell die Sachen mehr oder weniger ordentlich im Fahrzeug bevor die erste Regenschauer über uns niederging. Endlich konnten wir auch ein Lebenszeichen nach Hause schicken.

Ich glaube, auch meine Schwester verließ das Rogengebiet mit Wehmut, trotz aller Anstrengungen, die schon begannen zu verblassen, um der Erinnerung an eine traumhafte Tour mehr Raum zu lassen.