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Kvikkjokk - Aktse
Tourtag 1 bis 3 / 06. bis 08. September 2010

06. September

Das Packen unserer Rucksäcke dauerte länger als erwartet und das Chaos rund ums Auto war ebenfalls größer als erwartet, obwohl bereits zu Hause alles fein säuberlich in Kisten verstaut wurde und eigentlich nur noch umgeräumt werden musste.

Das „Abenteuer“ begann allerdings schon einen Tag zuvor, als wir Kvikkjokk später erreichten als geplant. Um ca. 21:50 Uhr betrat ich die Fjällstation, zunächst einmal um zu schauen, ob wir hier übernachten konnten. Glücklicherweise wurden wir noch aufgenommen, obwohl die Rezeption schon ab 19:00 Uhr geschlossen war. Andernfalls hätten wir uns im dunklen einen einigermaßen akzeptablen Platz fürs Zelt in der Nähe des Parkplatzes suchen müssen.

So konnte nach einem reichhalteigen Frühstück und einer letzten Tasse RICHTIGEN Kaffee die Pack- und Stopferei der Rucksäcke bei traumhaften Herbstwetter beginnen. Ausrüstung, Bekleidung, aber vor allem Nahrungsmittel für geplante 21 Tage, incl. Reserve, mussten verstaut … und natürlich auch getragen werden. Mittendrin im konzentrierten Chaos schneite dann Björn Sarstad herein mit der Frage, ob wir einen Bootstransport benötigen würden. Auch wenn wir seine Dienste jetzt noch nicht in Anspruch nehmen mussten, passte es ganz gut, ihn zu treffen, denn so konnten wir nochmals über den zuvor per Email bestellten Bootstransport am Ende der Tour sprechen und die Telefonnummer kontrollieren.

Gegen 11:00 Uhr war es dann endlich soweit, unsere Tour konnte beginnen! Der Kungsleden Richtung Pårte führte größtenteils durch herbstlichen Birken- und Fichtenwald, ohne großartige Ausblicke auch die uns umgebende Bergkulisse. Hin und wieder querten wir einen kleinen Bach und ein Moor.

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Nach ca. 6 km Wanderung wurde es dann ein klein wenig abwechslungsreicher, als wir über größere Moorflächen oder durch lichteren Wald hinüber zum Pårte oder zum Tarrekaise blicken konnten.

Unsere Tagesetappe endete am Ende des Sees Stuor-Dáhtá. Den gesamten Tag über war kein Wölkchen am Himmel zu sehen gewesen, es war warm und sonnig.

Warum also nicht dieses herrliche Wetter nutzen und schon hier am See die Seele baumeln lassen? Mal abgesehen davon, war zumindest bei mir von Trittsicherheit nicht mehr zu reden. Die ungewohnt schwere Schlepperei der Rucksäcke, die über errechnete 30 kg wogen, ließen meine Füße schmerzen und der letzte Abstieg hinunter zum See war schon recht steinig sowie holprig gewesen. So nutzten wir gern das Plätzchen am See in der Sonne und später am wärmenden Feuer um den ersten Tag der Tour ausklingen zu lassen.

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07. September

Sonne, blauer Himmel, Nachtfrost und tagsüber Temperaturen für sommerliche Bekleidung … was wünscht man sich mehr, für eine solche Tour? Dummerweise hatten wir nicht mit solchen Temperaturen gerechnet, also musste das Unterhemd als T-Shirt herhalten.

Durch den Nachtfrost und der Tatsache, dass unser Zelt erst spät von der über den Berg gekletterten Sonne erwärmt wurde, war es natürlich bis zum Abbau nicht trocken geworden. Gegen Mittag erreichten wir dann das eigentlich Tagesziel vom Vortag – die Pårtestugan. Vom See bis zur den Pårtestugan gab es keine nennenswerte Steigungen, viel Wald ohne großartige Aussichtsmöglichkeiten, aber vor allem einfach zu gehen.

Dies änderte sich nun, es ging stetig bergan – zunächst mit wenig Steigung, zum Schluss für unsere Verhältnisse ziemlich heftig. Zwischendurch passierten wir die Grenze zum Sarek Nationalpark.

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Es dauerte eine geraume Zeit, bis wir die Waldgrenze hinter endlich uns ließen und nur noch die letzten Meter Anstieg "auf Sicht" bewältigen mussten. Dort angekommen waren wir fix und fertig! Auf diesem Abschnitt machte sich das Gewicht der Rucksäcke nun richtig bemerkbar. Zwischen Favnoajvve (1.117 m) und Huornnásj (884 m) ließen wir uns auf einem Felsbrocken nieder und genossen den Blick zurück über Wald, Berge, Seen … allerdings erst nachdem wir wieder ruhig durchatmen konnten und die Beine aufhörten zu schmerzen.

Nachdem wir dann so etwas Kraft gesammelt hatten, ging es weiter über Geröllfelder in Richtung Rittak. Nur wenige Meter vor der Brücke über den Jåkkejågåsj schlugen wir unser Nachtlager auf. Wir waren am Ende unserer Kräfte angekommen. Dafür konnten wir von hier oben den Blick über die uns umgebende Fjällwelt im Licht der untergehenden Sonne genießen.

08. September

Im Zelt wurde es früh morgens schon warm und wärmer. Um 8:00 Uhr war es uns dann zu heiß und wir krochen aus den Schlafsäcken heraus. Die Überraschung: Das Zelt war schon trocken! Das Wetter präsentierte sich wieder von seiner schönsten Seite, strahlend blauer Himmel und bereits gegen 10:00 Uhr eine Temperatur von 21,5 °C.

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Der Weg zur Rittak-Schutzhütte war einfach (zwischen Moränenwällen hindurch) und daher schnell bewältigt. Zu früh für eine ausgiebige Mittagsrast und so wanderten wir nach einer kurzen Pause weiter. Es ging noch einmal kurz etwas aufwärts mit einer fantastischen Aussicht und Einblicken in den Sarek.
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Wir folgten dem ausgetretenen Pfad hinab nach Pårtekietje und weiter zum Laitaure. Wir kamen schnell und gut voran, da es kaum bzw. nur sehr selten steinig war. An der Brücke über den Bach Suobbattjåhkå machten wir Rast und konnten in aller Ruhe einem Lemming zuschauen, der unter den Stegen umher rannte und nur darauf wartete, unsere Krümel einsammeln zu können.

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Kurz vorm Laitaure überholte uns ein älterer Herr, der erst am Morgen gegen 5:30 Uhr in Kvikkjokk gestartet war und an diesem Tag noch bis auf den Skierffe hinauf wollte. Am Laitaure trafen wir ihn wieder, als er gerade ablegte und mit dem einzigen Ruderboot in Richtung Aktse aufbrechen wollte. Ich rief ihm zu, er wartete und wir ruderten gemeinsam über den Laitaure.

Wir mussten, um ins Boot zu gelangen über einige Steine am Uferbereich und im Wasser klettern, da der Bootssteg selbst eingebrochen war. Die Ruder des Bootes waren lediglich provisorisch befestigt, was das Rudern für die Männer anstrengend machte, dafür hatten wir kaum Wind und das Schicksal meinte es gut mit uns, denn auf dem See kam uns ein anderes Boot entgegen kam. So brauchten wir die Strecke nur einmal zurück zu legen. Der Blick vom Ruderboot auf dem See hinüber ins Rapadalen – ausgehend vom Tjahkkelij über den Nammásj zum Skierfe war herrlich … vor allem für mich, da ich außer der Ansage der Richtungsangaben nichts weiter zu tun hatte als einfach nur zu schauen. Ein Wehmutstropfen hatte die Überfahrt doch noch, das Objektiv machte Probleme. Vom gesamten Brennweitenbereich funktionierte nun nur noch die kleinste, die restlichten erzeugten Fehlermeldungen.

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Am anderen Ufer angekommen, zogen wir das Boot aus dem Wasser, befestigten es und nahmen den letzten Kilometer bis zur Aktsestugan, wo wir auch übernachteten, in Angriff. Der Hüttenwart sah einem unserer Verwandten zu Hause sehr ähnlich. Wir kauften kalte Cola, schrieben noch ein paar Ansichtskarten, wuschen Wäsche und nahmen eine kalte Dusche. Der Austausch zwischen Wanderern durfte natürlich auch nicht fehlen.

Leider vergaß ich, die Dusche zu fotografieren, sie verfügte über eiskaltes Wasser direkt aus dem Quellbach. Es war ein einfacher Holzverschlag mit einem Vorhang und wollte man duschen, brauchte man nur den Hebel umzulegen, der dann den Wasserhahn der Frischwasserleitung trocken legte und das Wasser in den Duschkopf umleitete. Einfach, effektiv und rustikal.